Die galaktische Turnfee Nereida Drei

Kap. 1: Nereida kommt

Lesen und Speichern gestattet, kommerzielle Verwendung untersagt. Alle Rechte bei Desi Akahade.


Aus Ingos Sicht. An einem trüben Samstagnachmittag saß ich allein an meinem Rechner und surfte lustlos im Internet. Auf den Seiten meiner Lieblingsbands las ich zum x-Mal dieselben Informationen. Die brachten auch nichts Neues mehr raus. Man merkte daran, dass man älter wird. Auf den Nachrichtenseiten gab es ebenso nichts Gescheites; von Unruhen und Kriegen auf der Welt wurde da berichtet wie auch von Tsunamis, Waldbränden und weiteren schauerlichen Dingen. Die Sportnachrichten beschränkten sich auf Fußball, Tennis und Golf, wie fast immer. Von Turnwettkämpfen z.B. las man da nichts, dazu musste man schon Spezialseiten aufrufen. Ich mochte diese Wettkämpfe und schaute sie mir gerne an, besonders die jungen Frauen. Diese Gelenkigkeit, Anmut und Leichtigkeit, das gefiel mir daran sehr. Könnte ich mich doch auch so elegant bewegen. Und dann die Turnanzüge aus Lack und Lycra! Die schönsten Farben, Muster und Schnitte hatten die Sportfirmen da einfließen lassen, ich staunte immer wieder. Das kam auch meiner Vorliebe zu Gute, die Vorliebe für diesen schönen Stoff Lycra. Besonders fuhr ich auf Schwarz ab. Einige wenige Turnanzüge hatte ich selber und turnte zu Hause darin. Ich hatte viel Freude an der Bewegung und die Lycra-Turnanzüge animierten mich weiter zu machen. Das fand ich schön. Ich öffnete die Suchmaschine Startpage.com, tippte 'Turnanzug' ein, drückte Enter und klickte auf 'Images'. Lauter prächtige Turnanzüge erschienen da. Einer schöner wie der andere. Besonders einer mit sattem Schwarz und raffiniertem Tülleinsatz und Strassbesatz hatte es mir angetan. Daneben stand geschrieben 'Nereida III'. Den wollte ich haben! Mein Wunsch war wohl so stark, dass ich voll Inbrunst laut heraus schrie: "Nereida Drei, komm bitte her!", und eigentlich genau wusste, dass das ja Unsinn war. Wie sollte ein Turnanzug schon auf Zuruf herbei kommen? Etwas Seltsames geschah: Ein gleißendes Licht erstrahlte in der Mitte meines Zimmers, verdichtete und verlängerte sich mit einem Rauschen, Sphärenklänge hüllten den Raum ein. Ich starrte wie gebannt auf das Licht, unfähig, mich zu bewegen; lauschte den Tönen, die mich tief berührten und mich fesselten. Es zeichneten sich Umrisse ab, wie von einem menschlichen Körper. Lichtschwaden umkreisten die Gestalt in allen Farben. Die Farben drangen in die Gestalt ein, und die Gestalt nahm die Farben an. Zu meinem Erstaunen erschien eine Frau, etwa Anfang 30. Sie war wohlgeformt, hatte eine makellose leicht gebräunte Haut, eine sportliche Figur, ihr dunkelblondes Haar fiel locker herab. Die Frau trug ein langes Kleid mit einem fremdartigen Muster in verschiedenen Farben, das sich meinen Blicken entzog. Ihre dunklen Augen mit den schwarzen Augenbrauen blitzten mich freundlich an. Noch benommen von dem unglaublichen Ereignis starrte ich sie an. Wie kam sie hierher? Das war doch alles nicht möglich?!? Sie fing an zu sprechen: "Du hast mich gerufen, Ingo?" Ihre Stimme klang klar, hell und sanft, und sie riss mich aus meiner Starre. Woher kannte sie meinen Namen? Wer war sie? Und wieso hatte ich sie gerufen? Die Frau lächelte und tänzelte leicht vor mir. Anscheinend konnte sie meine Gedanken lesen. "Du kennst meinen Namen, Ingo, denn du hast mich ja gerufen", begann sie. "Ich heiße Nereida, genauer Nereida Drei." So langsam wurden meine Gedanken wieder klarer. Die Turnfotos aus dem Internet, ja, das war es. Und der eine Turnanzug hieß Nereida-III. "Hallo Nereida", stammelte ich, immer noch etwas benommen, "ich bin ganz verdattert. Von woher kommst du, und wie kommst du, äh...?" Nereida erkannte meine Verwirrung und fiel mir ins Wort. "Entschuldige bitte, dass mein Erscheinen dich verwirrt hat. Ich komme aus einer anderen, höheren Dimension. Das Reisen durch Raum und Zeit ist für mich ein Kinderspiel." "Und das Licht um dich herum?" "Die Licht- und Klangeffekte, die du gesehen und gehört hast, dienten mir zur Synchronisation mit deiner Welt. Zu deiner Beruhigung hab ich einen Körper angenommen, der dir in deiner Welt vertraut vorkommt." "Was ist das für eine Welt, von der du kommst, Nereida?" Ich war neugierig. "Ich komme von der Tanz- und Turnwelt R-Wi", antwortete sie zwinkernd und drehte sich einmal schnell und elegant um ihre Achse. "Turnwelt?", fragte ich verblüfft. "Ja", strahlte sie. "In unserer Welt ist alles in Bewegung. Wir Bewohner von R-Wi tanzen und turnen unsere Welt in die Existenz. Die Bewegung füllt uns mit Lebensenergie. Und die brauchen wir zum Leben. Ohne Turnen und Tanzen gehen wir sonst zugrunde." Nereida tanzte vor meinen Augen. Sie hatte so etwas Magisches, Leichtes an sich. Es war ansteckend. Ich konnte nicht anders, als mich ebenfalls zu bewegen. "Und was hat das mit meinem Ruf zu tun?" "Dein inbrünstiger Ruf, oder genauer gesagt die Macht deiner Gedanken, deines Wunsches haben die Dimensionen durchdrungen und mich alarmiert. Da ist jemand, der mich und meine Hilfe braucht. Mich, die Turnfee Nereida." "Turnfee? So siehst du ja gar nicht aus. Und wo sind deine Flügel?" meinte ich skeptisch. Sie lachte. "Moderne Feen brauchen keine Flügel mehr. Und für Turnfeen sind sie beim Turnen und Tanzen sowieso nur hinderlich. Schau mir mal zu", forderte sie mich auf. Nereida begann ihre Hüften zu schwingen, sie lächelte und drehte sich mehrfach um die eigene Achse. Nicht nur ihr Gesicht, sondern ihr ganzer Körper strahlte dabei soviel Freude aus. So was hatte ich noch nie gesehen! Das Licht umfing sie wieder und verdeckte wirbelnd ihren sich windenden Körper. Nie gehörte Klänge drangen an mein Ohr. Ein schönes Schauspiel! Waren es nur ein paar Sekunden oder einige Minuten, ich weiß es nicht mehr. Gespannt wartete ich ab. Als das Licht und die Musik verschwand und ich Nereida wieder sah, meinte ich zu erstarren. Diesen Anblick habe ich doch schon irgendwo mal gesehen. Ihr dunkelblondes Haar war nun verknotet, wie bei einer Turnerin. Aber das Besondere war: Nereidas Kleid war verschwunden. Sie trug nun einen Turnanzug! Er war schwarz, und mit einem dezenten schönen Tüllmuster. Und zwar das Modell Nereida-III. Ja, haargenau das von der Internetseite! Mir fiel die Kinnlade herunter. Nereida sah nun exakt so aus wie das Fotomodell von der Internetseite. Nur stand sie jetzt direkt vor mir! Leibhaftig, in 3D! Ihr Turnanzug wirkte jetzt noch viel intensiver. Edel, schwarz, glänzend. Super Gloss. Die Strasssteinchen auf dem Anzug funkelten mit ihren Augen um die Wette. Ich wollte was sagen, war dazu aber nicht in der Lage. Was für ein prächtiger Turnanzug an einer immens hübschen Frau. Könnte ich nicht auch so einen haben? Ich war einfach zu gefesselt von diesem schönen Anblick. Nereida lächelte wieder und meinte: "Ich habe deine Sehnsucht zur Bewegung gespürt. Zuerst in deinem Ruf, und seitdem ich hier bin, erneut. Und ich habe gespürt, dass du Turnanzüge magst. Sie sind hervorragend zum Tanzen und Turnen gemacht. Ich weiß, dass du einen willst, und ich werde dir helfen." Sie hatte mich durchschaut. Aber sie fand meinen Wunsch nicht seltsam. Dass sie mir helfen wollte, machte mir Mut. "Und wie? Hast du noch einen mitgebracht? Oder leihst du mir deinen?" Sie schüttelte den Kopf. "Weder noch. Bewege dich so wie ich. Es kommt nicht darauf an, meine Bewegungen exakt nachzumachen. Denke daran, Ingo, es geht nur über die Freude an der Bewegung." Noch unschlüssig, wie das funktionieren soll geschweige denn, was sie vorhatte, begann ich die Hüften zu bewegen. Nereida machte es mir vor. Und ich drehte mich zu der Musik. Anfangs war ich noch etwas ungelenk, jedoch mit der Zeit ging es immer besser. Mein Gefühl für die Bewegung wuchs und es lief fast wie von selbst. Ich lächelte Nereida an, und sie lächelte zurück. Mein Körper schien einen eigenen Willen zu entwickeln, die Beine, Arme, der Rumpf wanden sich hin und her, ohne mein eigenes Zutun. Ich war wie besessen von der Bewegung. Es war, als könnte ich alles tun, alles machen. Als wenn ich auf einem riesigen Feld tanzte. Als wenn die Sonne nur für mich schien. Nereida und die Welt um mich schienen zu verschwinden, das Licht umfing mich, ich fühlte mich auf einmal leicht, beinahe schwerelos! Die Welt war nur noch Tanz und Licht. Kurze Zeit später spürte ich wieder meinen Körper, oder etwas, was meinen Körper umschloss. Ganz sachte, aber dennoch spürbar. Ich tanzte langsamer und das Licht verschwand. Mein Zimmer und Nereida wurden wieder sichtbar. Nereida kam zu mir, drückte mich und rief freudig aus: "Du bist großartig! Das hast du wirklich toll gemacht. Siehe, deinen schönen Lohn hast du bereits bekommen. Du kannst ihn behalten." Ich wusste zuerst nicht, was sie meinte, denn irgendwie war ich immer noch von meiner Tanzwelt eingenommen. Dann schaute ich aber an mir herab. Oh! Ich glaubte meinen Augen kaum zu trauen! Meine Kleidung war nun auch ein Turnanzug! Der Nereida-III! Das Lycra fühlte sich unschlagbar gut an. Ich konnte das immer noch nicht fassen. Dann dachte ich an meine kosmische Besucherin. Es war ihr Verdienst! Überwältigend sah ich sie an und fiel ihr um den Hals. "Vielen, vielen Dank Nereida! Ganz klasse, das Tanzen, und der Turnanzug!" Sie strahlte und drückte mich ebenso. "Gern geschehen. Das freut mich, dass er dir gefällt. Allein deine Freude an der Bewegung hat es möglich gemacht." "Aber Du, Du hast mir doch den Turnanzug geschenkt?", entgegnete ich verwirrt. "Das stimmt", bestätigte Nereida, "doch dazu brauchte ich deine aufrichtige Begeisterung für die Bewegung und deinen Enthusiasmus." Zufrieden begann ich wieder zu tänzeln und herum zu turnen. Nereida tat es ebenso. Wir beide jetzt im gleichen Turnanzug! Mein Turnanzug passte wie angegossen und machte jede Bewegung fließend mit. Der Wandspiegel zeigte sie eindrucksvoll. "Ich kann gar nicht mehr aufhören", meinte ich, "und ich spüre ein wohliges Kribbeln, eine Leichtigkeit, gute Laune. Und es ist so, als hätten wir einen gemeinsamen Schwerpunkt beim Tanzen." "Ja, die Lust zum Tanzen und Turnen hat dich nun erreicht. Und dein neuer Turnanzug verstärkt die Lust noch mehr. Das Kribbeln, die Leichtigkeit und die gute Laune treten immer dann auf, wenn zwei oder mehr Leute in R-Wi-Turnanzügen zueinander kommen, und zwar bei allen. Ja, wir wirken dann aufeinander anziehend. Und deine Beweglichkeit verbessert sich dadurch auch noch. Ich merke, deine Tanzfreude hat sichtlich zugenommen. Machen wir also weiter", schlug Nereida vor. Wir turnten noch eine lange Zeit zusammen. Nereida zeigte mir Übungen, wie man sich fit hält und den Körper am besten stärkt und schützt. Im Turnanzug liefen die Übungen fast wie von selbst. Nach einer Weile brauchte ich dennoch eine Pause. Nereida hätte noch stundenlang weitermachen können, ihre Energie schien unerschöpflich zu sein. Ich holte uns beiden ein Erfrischungsgetränk und wir gerieten ins Plaudern. "Wie lebst du eigentlich, Nereida?", fragte ich neugierig. "Wie ich vorhin schon mal sagte, in meiner Welt ist das Turnen und das Tanzen Mittelpunkt des Lebens. Wir erschaffen tanzend und turnend unsere Welt und erhalten sie auch auf diese Weise." "Wie soll ich mir das vorstellen?", fragte ich. "Denke an ein Ballett in deiner Welt. Die Tänzer errichten nur durch ihre Tänze eine eigene Welt. Gefühle, Räume, Städte, ganze Königreiche entstehen und vergehen allein nur durch den Tanz auf einer sonst leeren Bühne", erklärte Nereida. "Du hast dir vorhin beim Tanzen vorgestellt, dass du auf einem riesigen Feld stehst und dass die Sonne nur für dich scheint", ergänzte sie. "Das hast du gesehen?" Ich war verblüfft. "Ja. Deine imaginäre Welt ist für mich real sichtbar. Das Ballett bei euch ist etwa ähnlich wie das Tanzen in meiner Welt. Nur dass wir bei uns keine Gedankenwelt vor einem Publikum, sondern eine echte Welt erschaffen." "Und was ist speziell deine Aufgabe?", fragte ich. "Wir Bewohner von R-Wi benötigen die Bewegung so dringend wie du das Essen und Trinken. Dabei hilft uns die Freude am Tanz sehr. Diese Freude möchten wir gerne weitergeben. Dieser Aufgabe habe ich mich verschrieben. Ich weiß, dass es auch auf der Erde Lebewesen mit Spaß am Turnen, Gymnastik und Tanzen gibt. Ich helfe euch Erdbewohnern gerne dabei, diese Freude zu vermehren und eigene Welten zu schaffen, wenn auch nur in Gedanken." "Und die Turnanzüge?" Nereida lächelte. "Ein schöner Turnanzug oder Ballettanzug beflügelt die Tänzer und Turner. Er sieht gut aus, macht alle Bewegungen mit und man fühlt sich darin einfach wohl. Egal ob du Mann oder Frau, Junge oder Mädchen bist, ein schöner Turnanzug ist eine Bereicherung. Das hast du ja auch gemerkt." "Und ob! Ich liebe Turnanzüge." "Und darum kamen wir von R-Wi auf die Idee, Turnanzüge zu entwerfen und hier auf der Erde anzubieten." "Gibt es deswegen die Firma Ervy?" Die Ähnlichkeit zwischen dem Namen von Nereidas Heimatwelt und dem deutschen Turnartikelhersteller fiel mir schon länger auf. "Genau", erwiderte Nereida, "da R-Wi sich nicht gut als Markenname macht. Die Leute nannten ihre Firma 'Ervy' und den Modeschöpfern flüsterten wir unsere Entwürfe ein, und ließen sie in dem Glauben, die Entwürfe kämen von ihnen selbst." "Trickreich! Und die Katalogfotos?" "Dafür waren ich und weitere Bewohner von R-Wi auf der Erde bei den Fotoaufnahmen, natürlich unerkannt", meinte Nereida. "Also warst du das persönlich auf dem Bild von der Internetseite?", fragte ich. "Ja", lachte Nereida. "Wenn jemand schon einen Turnanzug mit meinem Namen anbietet, muss ich ihn ja wohl auch persönlich anziehen und vorführen. Zwar kann ich auf der Erde jede menschliche Gestalt annehmen, aber die Erdenfrau Nereida der Internetseite oder wie ich jetzt hier kommt meinem tatsächlichen Aussehen sehr nahe." "Hey, ich wusste natürlich nicht, wie das alles so zusammenhängt, aber nun ist mir alles klar", meinte ich. Nereida grinste. Draußen war es dunkel. Es war bereits 22 Uhr. "Ich sehe, du hast einen schönen Tag gehabt. So werde ich langsam aufbrechen." "Allerdings Nereida, den hatte ich", bekräftigte ich. "Danke nochmal für den tollen Tag und unsere Gespräche und diesen super schönen Turnanzug." "Nichts zu danken", lächelte sie. "Eine Bitte noch: Darf ich ein Foto von uns beiden machen, als Erinnerung?" "Aber gerne doch." Sie wartete geduldig, während ich schnell das Stativ aufbaute. Wir stellten uns beim Sofa vor die Kamera. Sie lächelte wieder bezaubernd. Ein kurzer 'Klick', und schon war unser Bild im Kasten. "Fantastisch", meinte ich. Ihr gefiel das Bild auch. "Nun muss ich aber los", sagte Nereida. "Ach schade... Kann ich dich denn später irgendwie erreichen?", fragte ich sie. "Aber ja. Wenn du meinen Turnanzug an hast, und du darin tanzt oder turnst, bist du gedanklich mit mir verbunden. Wir könnten dann Gedanken austauschen, wenn du magst. Oder ruf mich einfach so, wie du es heute getan hast." "Abgemacht", rief ich. Wir umarmten uns zum Abschied nochmal herzlich. Nereidas Turnanzug fühlte sich echt gut an, als ich mit meinen Händen darüber strich. "Lebewohl, Ingo", sagte Nereida, und ich merkte, dass auch sie ein wenig traurig war. "Vergiss nicht zu turnen und zu tanzen. Dein neuer Turnanzug hilft dir dabei. Er ist auch mit meiner Energie gefüllt", meinte sie. "Übrigens ist jeder Turnanzug, der Ervy verlässt, mit der Tanz- und Turnenergie aus R-Wi gefüllt. Und deiner ganz besonders, denn er kommt von mir persönlich", schloss sie. Ich bedankte mich noch einmal bei ihr. Nereida lächelte und rief mir zu: "Tschüss Ingo, bis irgendwann mal wieder. Und nun tanze zum Abschied noch mal mit mir!" Wir tanzten auf der Stelle, und unsere Bewegungen wurden schneller und intensiver. Ich nahm wieder die Musik wahr, und das Licht nahm Nereida ein, ließ sie erstrahlen voller Energie. Ein letztes Mal sah ich sie, auf ihrem Gesicht ein bezauberndes Lächeln, dann flossen die Farben aus ihrem Körper, wirbelten um sie und verdeckten Nereida, bis das Licht gleißend hell geworden war, es wirbelte umher, strömte zur Zimmerdecke und verschwand schließlich. Ich war wieder allein. Das ganze kam mir fast wie ein Traum vor, wären da nicht der bequeme Turnanzug, den ich immer noch anhatte, und das gemeinsame Foto mit meiner kosmischen Besucherin. Gerne denke ich an sie zurück, betrachte das Foto, schaue abends manchmal durchs Zimmerfenster in den Sternenhimmel und stell mir vor, wie sie da oben irgendwo mit voller Lebensfreude weiter turnt und tanzt. Dann ziehe ich wieder ihren - pardon - meinen Turnanzug an und tanze und turne ausgelassen. (C) Desi (2016)