Die galaktische Turnfee Nereida Drei

Kap. 60: Altidantsa Sweliana

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Aus Ingos Sicht. Kollato wurde feierlich. Er sagte zu uns so würdevoll wie Nereida bei der Begrüßung: "Liebe Erdenbewohner. Ihr seid hier im Gästesaal der Obersten Bewahrerin der Harmonie von R-Wi. So nennen wir unsere Präsidentin." Beata ergänzte: "Und sie persönlich möchte euch ehren. Darum haben wir euch hierher gebracht. Nun wisst ihr alles." Und Nereida lächelte: "Unsere Präsidentin erwartet euch nun. Sie heißt Altidantsa Sweliana. Habt keine Angst vor ihr. Sie ist sehr umgänglich. Wir sind natürlich mit dabei." Wir schauten erstaunt auf. Eingeladen bei der Präsidentin! Lisa hatte Bedenken: "Sind wir zu einem Präsidentenempfang denn auch passend angezogen? Denn wir haben alle ja nur Turnanzug und Leggings an." "Aber ja, Lisa. Das ist hier üblich. Auch vor unserer Herrscherin. Schau sie dir an, du wirst staunen. Und wir tanzen zur Begrüßung. Habt keine Angst. Sie weiß, dass ihr von der Erde kommt und euch hier nicht auskennt. Tänzelt einfach irgendwie mit", beruhigte Nereida uns. Hui, wie wird das sein? Wir werden von der Präsidentin einer ganzen Welt empfangen! Also von einer Person, die übertragen auf die Erde Chef aller Präsidenten und Herrscher zusammen ist! Wir verstummten staunend und betrachteten etwa zwei Minuten lang uns und den Raum. Eine sanfte Musik erklang. Wie Hyperborea von Tangerine Dream, aber in einer noch schöneren Version, fand Oksana. Das Tor schwenkte langsam auf. Zwei große R-Wi-o in blauen edlen Ganzanzügen kamen zuerst heraus. Der eine deklamierte feierlich: "Liebe R-Wi-i, tanzt den Begrüßungstanz. Hier kommt die Oberste Bewahrerin der Harmonie von R-Wi, Altidantsa Sweliana!" Kollato, Beata und Nereida tanzten. Wir taten es ihnen nach. Schließlich betrat eine R-Wi-a würdevoll schreitend den Gästesaal. Das war also die Oberste Bewahrerin der Harmonie! Nereida hatte Recht, wir staunten tatsächlich wegen ihres Aussehens. Altidantsa hatte nicht etwa ein Kostüm, eine prächtige Robe oder ein Kleid an, sondern sie trug einen glänzenden rotgoldenen langärmeligen Turnanzug mit Glitzerelementen, die an Strasssteine erinnerten! Drei blau glänzende Streifen verliefen quer darüber. Über dem Turnanzug hing ein Amulett an einer Halskette, das etwa so aussah wie das von Nereida und Beata. Unter ihrem Turnanzug glänzten an ihren Beinen edel schwarze Leggings mit einem sonderbarem Muster. Sie trug einen hübschen gold-glänzenden Haarreif in ihren roten Haaren, so dass ihre sehr langen roten Haare nach hinten fielen. Die Präsidentin hatte auch ein bleiches, aber gutmütig dreinblickendes Gesicht mit fröhlich blitzenden blauen Augen. Ihr Alter war schwer zu schätzen. 60 Jahre vielleicht? Sie lächelte uns an und tanzte dann ebenfalls. Zuerst mit Nereida, Beata und Kollato, dann tanzte sie auch vor uns, mit uns und um uns! Ich dachte anfangs, dass es steif und förmlich zugehen würde, aber mitnichten! Sie bewegte sich so elegant und geschmeidig! Und voller Energie! Sie muss noch jünger sein. 50 Jahre höchstens, oder? Wir mühten uns ab, einigermaßen fließend mitzutanzen. Hoffentlich hat sie für unsere Tanzversuche Verständnis, dachte ich. Altidantsa blieb stehen, lächelte uns an und begann mit einer hellen, aber sanften Stimme verständlich zu uns zu sprechen: "Herzlich willkommen, liebe Erdenbewohner, hier in meinem Gästesaal. Ich bin Altidantsa Sweliana, die Oberste Bewahrerin der Harmonie von R-Wi. Ich freue mich, euch kennen zu lernen! Wir freuten uns ebenso, lächelten Altidantsa zu. Sie erwiderte das Lächeln. Eine echt hübsche Frau, dachte ich. Mit DEM Aussehen könnte sie ohne weiteres als gefragtes Fotomodell für Luxusturnanzüge und -bodys arbeiten. Entschuldigt bitte, ich schweife ab. Sie wandte sich den Einheimischen zu: "Und R-Wi-alo, liebe Scherata Nereida, Tinaxana Beata und Kollato Folsomio!" Altidantsa tat einen eleganten Schritt auf die drei zu. Beata, Kollato und Nereida tänzelten weiter. Nereida drehte sich einmal elegant um sich selbst, lächelte und sprach: "R-Wi-alo liebe Altidantsa Sweliana, wir bringen dir die drei Erdenbewohner Oksana, Lisa und Ingo, die mir erfolgreich geholfen haben, meine Schwester Tinaxana Beata wieder zu finden." "Danke liebe Scherata Nereida", erwiderte Altidantsa und tat in meinen Augen etwas Seltsames: Sie umarmte und drückte Nereida und anschließend Beata an sich, beinahe mütterlich! Und sogar Kollato! Als wenn sie die beste Freundin der beiden Schwestern und von Kollato wäre! Auch Lisa und Oksana guckten etwas irritiert. Eine echt volksnahe Herrscherin! Und dann auch noch in einem Turnanzug! Das einzige Förmliche an ihr war, dass sie Nereida, Beata und Kollato immer mit ihrem vollen Namen ansprach. Aber das war schon alles. Ihre Fröhlichkeit war ansteckend. Altidantsa wandte sich nun uns zu. "Liebe Erdenbewohner, ich habe so viel Schönes über euch gehört, und dass ihr Scherata Nereida und damit auch Tinaxana Beata geholfen habt, freut mich sehr. Nehmt meinen aufrichtigen Dank entgegen!" Altidantsa strahlte. Sie schritt würdevoll zu Oksana und meinte: "Liebe Ballerina Oksana Krasiwija, danke, dass du Scherata Nereida in deinem Haus aufgenommen hast, als sie verzweifelt war, und danke, dass du ihr das irdische Tanzen lehrst. Und dass du ihr gesagt hast, wo das Amulett ihrer Schwester zu finden ist." Oksana entgegnete gerührt: "Sehr gern, liebe Altidantsa Sweliana. Ich freue mich sehr, dass ich Nereida kennen lernen und hier her zu dir kommen durfte. Es ist wie ein wunderschöner Traum hier!" "Oh liebe Oksana Krasiwija, das hast du so nett gesagt! Das freut mich ebenso! Schön, dass du hier bist", meinte die Präsidentin froh. Altidantsa umarmte Oksana. Wir freuten uns ebenfalls. Dass Altidantsa über Oksana Bescheid wusste (sogar ihren Nachnamen!) und sie umarmt hat, ebenso mütterlich, bewegte uns. "Liebe Ballerina Oksana Krasiwija, ich würde mich ganz besonders freuen, wenn du mir etwas von deinem irdischen Tanz zeigen würdest", bat Altidantsa. Oksana war kurz erstaunt, dachte kurz nach und lächelte. "Gerne, liebe Altidantsa Sweliana. Ich möchte für dich einen Tanz vorführen, den ich selber erdacht habe, mit schönen Ergänzungen von Scherata Nereida. Nur möchte ich darum bitten, dass Scherata Nereida mittanzen darf." Nereida war kurzfristig überrascht, aber dann begeistert. "Gewährt", lächelte Altidantsa. "Nereida, wir tanzen den dritten Tanz, den wir auf dem Marktplatz von Obertupfingen aufgeführt haben." "Ja, liebe Oksana, ich erinnere mich", meinte Nereida. Wir traten ein paar Schritte zurück, um Platz für die beiden Tänzerinnen zu machen. Oksana und Nereida stellten sich nebeneinander und lächelten die Präsidentin an. Die beiden tanzten dann so grazil und anmutig zusammen, dass es eine Freude, war ihnen zuzuschauen. Lisa schaute verzückt, hatte sie doch den Tanz schon einmal gesehen. Kollato war ebenfalls begeistert. Beata meinte hocherfreut zu mir: "Oh wie toll die beiden das können! Ich werde erneut bestätigt, dass in Oksana eine großartige Tänzerin steckt." "Und deine Schwester ist ebenso klasse!", meinte ich. "Ja. Die beiden passen gut zusammen. Ich bewundere sie." "Ich auch, Beata, ich ziehe vor den beiden meinen Hut." Und Präsidentin Altidantsa war überwältigt. Als der Tanz vorbei war, breitete sie ihre Arme aus und rief begeistert: "Liebe Oksana Krasiwija und liebe Scherata Nereida, das habt ihr so schön gemacht, lasst euch mal kräftig knuddeln!" Altidantsa war so angetan, dass sie nicht wartete und einfach den beiden entgegen lief und sie umarmte. Oksana fühlte sich so ganz anders, so rundherum wohl. "Vielen vielen lieben Dank!" Auch Nereida war hocherfreut. "Danke liebste Altidantsa Sweliana" stieß sie glücklich hervor. "Ich habe euch beiden zu danken! Das war überragend! Ich bin tief beeindruckt", antwortete Altidantsa bewegt und drückte die beiden nochmal an sich. Oksana kam voller Freude wieder zu mir und Lisa, Nereida tänzelte zu ihrer Schwester Beata und wurde von ihr auch noch mal lieb gedrückt. Die Oberste Bewahrerin der Harmonie kam zu uns. Sie strahlte. "Ich möchte mit meiner Ehrung nun fortfahren." Sie wandte sich Lisa zu. Als Altidantsa Lisa genauer betrachtete, wandelte sich ihr Gesicht kurzfristig von allgemeiner Freude zu Erstaunen. Die Präsidentin lächelte jedoch schnell wieder und sprach: "Liebe Lisa Ellbrede, danke, dass du das Amulett Tinaxana Beatas an dich nehmen und retten konntest und dass du Scherata Nereida das Amulett ihrer Schwester gegeben hast, so dass sie damit ihre Schwester rufen konnte." Auch Lisa wurde umarmt. Lisa berührte Altidantsa dabei auch. "Das habe ich gern getan. Ich freue mich, dass ich Nereida helfen konnte und bedanke mich ganz lieb, verehrte Altidantsa Sweliana." Altidantsa freute sich. "Übrigens hat dein zweiter irdischer Name auch eine Bedeutung in der Sprache von R-Wi. Er bedeutet 'heilen'. Und bei der Umarmung und deiner Berührung eben fühlte ich es auch, dass du eine Heilerin bist." Lisa schaute verblüfft. Sie war ja schließlich Heilpraktikerin! Woher wusste Altidantsa das? "Das wusste ich nicht, dass mein zweiter Name 'heilen' bedeutet. Ja, auf der Erde bin ich tatsächlich eine Heilerin!" Wir strahlten. "Und nicht nur dort. Darum bitte ich dich, umarme mich noch mal und berühre mich mit deinen Händen. Deine Wärme und Energie tun mir gut." Oksana und ich waren erstaunt, dass Altidantsa Lisa nochmal zur Umarmung aufforderte. Und Nereida, Kollato und Beata ebenso! Lisa schaute sich Altidantsas gütiges Gesicht genauer an. Es kam ihr irgendwie vertraut vor! Sie verwarf diesen Gedanken aber. Sie wusste kaum, wie ihr geschah, als sie die Präsidentin umarmte. Sie fühlte den rotgoldenen Turnanzug von Altidantsa, der ihr total weich und anschmiegsam vorkam. So was hatte sie noch nie berührt! Und Lisa mochte sie, die ihr fast mütterlich vorkam. Sie dachte: Ich mag dich, du bist lieb, wie meine liebe Mutter, und ich mag dich und deinen Turnanzug gerne berühren. Die Herrscherin freute sich über Lisas Gedanken. Sie mochte Lisa ebenfalls. Sehr sogar. Da spürte Lisa eine Blockade auf Altidantsas Rücken und legte ihre Hände auf die betreffende Stelle. Altidantsa bemerkte die durchdringende Wärme von Lisas Händen durch ihren Turnanzug auf ihrem Rücken. Ein Gefühl, was sie schon lange nicht mehr hatte. Denn alle R-Wi-i haben trotz ihrer vielen Tänze kalte Hände und Füße, bis auf die Heiler. Die Blockade löste sich durch Lisas Wärme auf. Altidantsa seufzte wohlig. Sie ließ dieses schöne Gefühl noch etwas auf sich wirken. Schließlich sagte sie entspannt: "Danke Lisa-ke-re-da-da." Lisa löste die Hände von Altidantsas Rücken, sagte "Bitteschön liebe Altidantsa Sweliana" und lächelte, obwohl sie die Worte 'ke-re-da-da' nicht verstand. Nereida, Kollato und Beata aber sehr wohl! Sie waren hochgradig verblüfft. Altidantsa Sweliana redete ihre Gäste gewöhnlich immer förmlich mit vollem Namen an! Aber nun hatte sie "Lisa-ke-re-da-da" gesagt, also in etwa 'Liebe Tochter Lisa'! "Liebe Lisa, bitte tanz noch mal mit mir. Ich möchte dir etwas schenken", bat Altidantsa. "Ja, liebe Altidantsa Sweliana." Lisa war gespannt. "Und ihr anderen, tanzt um uns herum!" Die beiden tanzten um einander, und Altidantsa wirbelte um Lisa. Sie ließ die Lichter um sich und um Lisa kreiseln. Wir strahlten und tanzten mit um die beiden. "iai al ti dant sa swe li ja na sen ner dai li sa el bre da sir kler ne e el bre däl se", rief Altidantsa fröhlich in der R-Wi-Sprache und hob ihre Hände. Zwei konzentrische Lichtkreise formten sich über ihr. "Lisa-ke-re-da-da, bitte schau zu mir und bleib stehen." Lisa guckte erwartungsvoll und regungslos die Präsidentin an. Altidantsa führte mit ihren Händen die Lichtkreise zu Lisa, wo sie mit Lisas Turnanzug verschmolzen. Lisa fühlte die Wärme der Lichtkreise und die Energie. Noch mehr Energie, als sie zuvor schon hatte! In der Mitte des Anzugs sahen wir nun zwei große konzentrische goldfarbende Kreise. "Dies, liebe Lisa, sind die zwei Kreise der Heilung! Hiermit bist du offiziell eine Heilerin in der Welt R-Wi. Deine Kraft ist groß! Ich sehe auf zu dir!" Wir alle staunten. Lisa war sehr berührt und umarmte entzückt Altidantsa, die sich ebenfalls freute. Lisa kehrte wie in Trance zu uns zurück. Wir merkten, dass sie vollständig davon eingenommen war und freuten uns mit ihr. Schließlich wandte sich Altidantsa mir zu. "Lieber Ingo Tomme, danke, dass du Scherata Nereida erfolgreich geholfen hast, unter den vielen Menschen ihre Schwester zu finden", und umarmte auch mich. "Danke liebe Altidantsa Sweliana. Ich habe es gern getan." Sie lächelte mir zu und drückte mich an sich. Dann sagte sie verschmitzt: "Übrigens, lieber Ingo Tomme, ich bin weder 60 noch 50 Jahre alt noch jünger." Ich war verblüfft. Altidantsa hatte meine Gedanken gelesen. "Ja, das mit den Gedanken lesen hast du gut erkannt. Aber da du Vermutungen über mein Alter gedacht hast, die aber nicht stimmen, werde ich es jetzt richtig stellen. Ich bin etwa siebzig Jahre alt." Nun waren ich und die anderen erst recht verblüfft. "Aber du bewegst dich so leichtfüßig, so wie Scherata Nereida, liebe Altidantsa Sweliana." Sie lachte. "Das macht der Tanz. Er hält uns alle jung. Übrigens, ich weiß ja, dass ihr die hiesigen Tänze nicht kennt. Daher finde ich es sehr schön von euch, dass ihr, liebe Erdenbewohner, mit mir getanzt habt. Denn wer tanzt, lebt. Danke übrigens lieber Ingo Tomme für deine Bewunderung für mich und meinen Turnanzug, das freut mich. Du hast dich vorhin gewundert, dass ich so herzlich bin und die anderen umarmt habe." Ich nickte. "Ich erkläre es dir, und euch. In der Welt R-Wi ist der höchste Grundsatz die Bewahrung und Ausübung der Harmonie. Wir sind alle stolz darauf, anderen R-Wi-i zu helfen, welche traurig oder niedergeschlagen sind, und möchten ihnen helfen. Ihr drei habt ehrenhaft diesen Grundsatz erfüllt, indem ihr Scherata Nereida und damit auch Tinaxana Beata geholfen habt. Liebe Erdenbewohner, erlaubt mir bitte nun, euch gemeinsam zu ehren." Wir alle waren guter Dinge. Altidantsa trat vor uns dreien, ihre Augen strahlten. Sie erhob ihre Arme wie zu einem Segen: "Hiermit ernenne ich, Altidantsa Sweliana, die Oberste Bewahrerin der Harmonie von R-Wi, euch drei zu Ehren-R-Wi-i. Ihr habt damit das Recht, jederzeit wieder nach R-Wi zu kommen, zusammen mit anderen R-Wi-i." Wir freuten uns. Genauso auch Nereida, Beata und Kollato. "Und nun lasst uns tanzen", rief Altidantsa vergnügt, "Scherata Nereida, Tinaxana Beata und Kollato Folsomio, tanzt um uns!" Wir alle tanzten mit der Präsidentin zusammen ausgelassen in ihrem Gästesaal. Das muss man sich mal vorstellen! "Liebe Ehren-R-Wi-i, ich tanze für euch nun den Tanz der Gegenseitigen Verständigung", meinte sie fröhlich. Sie wirbelte um uns, mehrmals hin und her, wir konnten ihren Bewegungen kaum folgen! Ihre Augen leuchteten. Sie rief: "iai al ti dant sa swe li ja na gi er jer li sa el bre da ok sa na kra si wi ja in go tom me ten ke le ser dig ti hel mäl lem hien an en oh ie sgal wor mool fo sto oh tä le!" Altidantsa berührte uns drei nacheinander. So etwas wie ein Schlag ging durch uns hindurch! "Von nun an könnt auch ihr drei per Gedanken untereinander kommunizieren, jederzeit, überall, unabhängig davon, ob ihr einen Turnanzug tragt oder nicht, ob ihr tanzt, sitzt oder liegt. Aber nur, wenn beide Gesprächspartner gerade Kommunikation wollen. Und das geht natürlich auch mit allen R-Wi-i. Und ab sofort könnt ihr die Sprache von R-Wi verstehen und sprechen", erklärte sie. "Danke Altidantsa!" riefen wir und umarmten sie. Die Präsidentin drückte uns jeden sehr herzlich an sich und meinte: "Es war mir eine Ehre, euch kennen gelernt und mit euch zu geplaudert zu haben. Ich würde mich auf ein Wiedersehen irgendwann mal freuen. Nun verabschiede ich mich von euch ganz herzlich. Ich wünsche euch noch viel Vergnügen in unserer Welt! Lasst uns zum Abschied tanzen." Alle strahlten, ebenso Nereida, Beata und Kollato. Wir tanzten darauf noch mal mit Altidantsa. Es brachte viel Spaß. Im Körper eines R-Wi-o geht das sogar noch leichter. Altidantsa sagte anschließend zu Nereida, Beata und Kollato: "Hauduh! Und nun zeigt unseren Gästen etwas von unserer schönen Welt!" "Hauduh und danke Altidantsa Sweliana, das machen wir gerne!" Sie lächelte uns allen noch mal zu und schritt wieder in den Nachbarraum. Ich war noch voll mit der guten Laune erfüllt, sah zu den anderen und zu Lisa und dachte: Lisa, das war schön. Lisa sah auf einmal verdutzt und überrascht aus. Kurz danach war ich es auch. Denn in meinem Kopf verstand ich: Lisa: Ingo, Altidantsa hat uns die Gedankenkommunikation ermöglicht! Es funktioniert! Und - ja, es war schön. Ich: Ja Schatz, es ist unglaublich! Lisa: Hihi. Ich: Hallo Oksana, hier Ingo, die Gedankenkommunikation funktioniert. Oksana: Hey ja, Ingo, klasse. Oooh. Ich bin tief beeindruckt! Oksana: Lisa, die Präsidentin hat es geschafft. Lisa: Ja, Oksana, toll! Ich: Nereida, ich kann nun auch mit Lisa und Oksana kommunizieren. Und die beiden mit mir. Nereida: Jaaaa Ingo, wie schön. Nereida sagte dann laut zu uns: "Ja, liebe Oksana, Lisa und Ingo, Altidantsa hat euch geehrt und euch diese Fähigkeit geschenkt, was ich nicht vorher wusste. Ich freue mich für euch." Beata fügte hinzu: "Ich bin überrascht, zumal auch ich nicht wusste, wie Altidantsa euch ehren wollte. Ich freue mich genauso." "Gibt es denn Einschränkungen?" fragte ich. Kollato meinte: "Ihr könnt euch nun gedanklich unterhalten, aber nur zu zweit gleichzeitig. Und auch nur ihr drei untereinander, nicht mit anderen Erdenbewohnern. Aber dafür mit allen anderen R-Wi-i." "Übrigens Lisa, weißt du, was Altidantsa dir nach der zweiten Umarmung sagte?" stieß Nereida aufgeregt hervor. "Nein, die Worte hatte ich nicht verstanden, außer meinem Namen." "Nun, da du jetzt auch die Sprache von R-Wi verstehst, wiederhole ich, was Altidantsa sagte: 'Danke Lisa-ke-re-da-da'!" Lisa verstand plötzlich. Sie bekam große Augen: "Bedeutet das etwa 'Danke liebe Tochter Lisa'?" "Ja! Sie hat dich Tochter genannt! Sie nannte und nennt uns andere aber immer bei unserem vollen Namen. So ist sie eben. Da ist sie förmlich. Aber komischerweise nicht bei dir! Sie mag dich ganz besonders! Das ist schon eine Sensation!" Lisa wurde nachdenklich. "Ich hatte auch ein Gefühl der Vertrautheit bei ihr. Sie war wirklich mütterlich. Ich mag sie. Und ich mag ihren Turnanzug anfassen. Sie ist einfach lieb." "Oh wie schön, Lisa!" Nereida umarmte sie. Und Beata auch. Kollato meinte: "Das freut mich auch, liebe Lisa. Übrigens solltest du wissen: 'Da-da' bedeutet nicht nur 'Tochter', sondern auch 'Nichte' oder 'Patentochter'. Ferner ist es hier aber auch ein sehr oft verwendetes Kosewort, was so viel wie 'Liebling' oder 'Schatz' bedeutet. Ich glaube eher, Altidantsa hat dich lieb gewonnen." Lisa freute sich. Sie versank in Gedanken und dachte an Altidantsa: Liebe Altidantsa Sweliana, deine Lisa-ke-re-da-da sagt danke! Nur war Lisa nicht bewusst, dass ihre Gedanken auf die Reise gingen. Und sie landeten sogar brühwarm bei Altidantsa persönlich. Gewöhnlich konnten nur wenige R-Wi-i direkt und persönlich mit ihrer Präsidentin kommunizieren. Altidantsa hatte aber dafür gesorgt, dass Lisa zu diesem Exklusivkreis dazugehörte! Altidantsa antwortete: Liebe Lisa, ich habe dir zu danken. Du hast meine Blockade im Rücken geheilt. Ich habe dich sehr lieb, wie eine eigene Tochter. Deine Altidantsa. Lisa machte auf einmal große Augen, ihr Mund stand offen. "Was ist mit dir, Lisa?" fragte Nereida verwundert. "Altidantsa sprach eben mit mir, per Gedanken", stammelte sie. Nereida strahlte: "Toll, Lisa! Du hast einen direkten Draht zu ihr! Das haben nur wenige R-Wi-i, wie z.B. Kollato." Sie umarmte Lisa kurz. "Magst du sagen, was sie gesagt hat?" "Ich war in Gedanken versunken und dachte intensiv: 'Liebe Altidantsa Sweliana, deine Lisa-ke-re-da-da sagt danke!' Daraufhin dankte sie mir. Und sie hat mich so lieb wie eine eigene Tochter." "Oh, das freut mich ungemein. Zumal Altidantsa keine Töchter, keine Söhne hat, soweit ich weiß", meinte Beata mit einem Lächeln. "Vielleicht sieht sie dich als eine Ersatztochter an", sagte Kollato. "Ja, wahrscheinlich. Wie ich schon sagte, sie war echt mütterlich. Die Umarmung war so schön." Wir freuten uns mit ihr. "Sie ernannte dich daraufhin zur Heilerin, Lisa, und gab dir die zwei Kreise der Heilung", meinte Kollato erfreut. Lisa schaute an sich herab und sah die beiden goldenen Kreise auf ihrem lila Turnanzug. "Hat das eine besondere Bedeutung?" "Ja. Hier in der Welt R-Wi werden Heiler hoch angesehen. Es gibt nur sehr wenige auf R-Wi. Zu erkennen sind sie an den zwei konzentrischen Kreisen auf ihrem Turnanzug, so wie bei dir. Sie können die Lebensenergie von anderen R-Wi-i erhöhen." "Es kann eigentlich jeder R-Wi-o oder R-Wi-a mit dem Tanzen selber die Lebensenergie steigern", meinte Nereida. Beata antwortete: "Ja, Nereida, das ist ja der normale Weg. Aber es gibt auch Situationen, wo man einfach nicht mehr tanzen kann. Oder jemand verletzt sich. Da können dann die Heiler eingreifen. Lisa als Heilerin kann es hier." "Ich habe es sogar schon getan. Da war eine Blockade in Altidantsas Rücken, und ich habe sie mit meiner Energie gelöst", meinte Lisa froh. "Oh Lisa, du hast Altidantsa helfen können, ganz große Klasse!" Nereidas Augen leuchteten. "Dann hat sie dich wirklich sehr lieb gewonnen, und ihr 'da-da' bedeutet wirklich 'Schatz' oder 'Liebling'." Lisa strahlte. Dann dachte sie über Kollatos Worte nach. "Wie kann ich denn hier heilen?" Kollato erklärte: "Das Heilen funktioniert auch über große Entfernungen. Ich meine, du musst dazu deine Hände strecken, tänzeln und dich intensiv auf die Person konzentrieren, die du heilen willst." "Oh, das ist ja schön, das mit dem Heilen würde ich hier gerne mal ausprobieren!" "Hey Schatz, was für eine tolle Gabe du hast." Lisa lächelte und küsste mich.


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