Die galaktische Turnfee Nereida Drei

Kap. 61: Lorinda Dantsamona

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Aus Ingos Sicht. Lisa schaute sich um und fragte: "Was machen wir denn jetzt? Wohin gehen wir? Wie kommen wir hier raus?" Oksana warf ein: "Nereida, du hattest doch mal von den Tanzflächen gesprochen, die es hier auf R-Wi überall geben soll. Das war, bevor wir beide auf dem Markt in Obertupfingen getanzt hatten." "Aber ja, liebste Oksana! Gute Idee! Lasst uns den Platz der Großen Harmonie besuchen." "Sehr stilvoll ausgewählt, Nereida", meinte Kollato, "es ist ein sehr großer Platz, da gibt es ganz viele Tanzflächen, und wir können dort viel sehen." "Und wie kommen wir dahin?" fragte Lisa. "Wir tanzen den normalen Verschiebetanz", sagte Beata. Lisa war betrübt. "Aber den kann ich nicht." "Ich auch nicht", meinte ich. "Und ich auch nicht", sagte Oksana. "Das macht nichts, denn wir können ihn. Und mit uns zusammen schafft ihr das auch", meinte Nereida. Da fiel mir was ein und ich fragte sie: "Sag mal, Nereida, wenn ein Gegenstand oder ein R-Wi-o mittels Verschiebetanz woanders hinreisen will und am Ziel ist schon ein Gegenstand oder R-Wi-o, was passiert dann?" Sie antwortete: "Beim Verschiebetanz konzentrierst du dich vorher aufs Ziel. Ist es besetzt, dann ist die Verschiebung unmöglich. Du kannst dann abwarten, bis es frei ist oder dich auf den Ort neben dem Ziel konzentrieren. Ist das Ziel frei, wird es für dich gesperrt, so dass nur du mit deinem Gegenstand dorthin reisen kannst. Man sieht am Ziel einen Sperrkreis mit einem hellen Rand, der von anderen nicht betreten werden kann." "Kann man sich denn überall frei hin verschieben?" "An die meisten Orte ja. Als Vorsichtsmaßnahme sind aber gefährliche Orte wie zum Beispiel steile Abhänge oder Hausdächer komplett gesperrt. Niemand darf dahin. Daneben gibt es auch teilweise Sperrungen. Zum Beispiel das Innere von Häusern. Dahin darfst du dich nur mit der Erlaubnis des Hausbesitzers hin verschieben. Deswegen musst du vorher mit dem Hausbesitzer kommunizieren und um Erlaubnis bitten, wenn du dich in sein Haus verschieben willst. Zum Beispiel, als wir vorhin noch auf der Erde waren, hatte Kollato von dort die Erlaubnis von Altidantsa eingeholt, dass wir alle uns in ihren Gästesaal verschieben durften. Oder du verschiebst dich auf die Tanzfläche vor dem betreffenden Haus, die wiederum ist für jeden frei zugänglich. Auch darum gibt es extra Tanzflächen vor jedem Haus hier auf R-Wi." "Ach so ist das, Nereida." Sie nickte. "Lasst uns aufbrechen. Tanzt mit uns, so gut ihr könnt. Keine Bange, es klappt schon", sagte Kollato. Die drei R-Wi-i tanzten vor, wir machten mit, so gut wie wir konnten. Es ging alles viel schneller, als ich dachte. Das Licht umfing uns, der Gästesaal verschwand. Das Licht geleitete uns. Diesmal hatte ich nicht diese intensive Gedankenerfahrung wie bei der Reise nach R-Wi. Es war ja auch nur eine kurze Entfernung. Als das Licht verschwand, tanzten wir auf einer großen Fläche, einem großen Platz. Er war riesig, schätzungsweise etwa vier km lang und auch genauso breit. Umrahmt war der Platz von Gebäuden und in der Ferne waren ein paar Hügel. Die Sonne, viel kleiner als unsere Sonne oder viel weiter von R-Wi entfernt, schien recht kraftlos, Lichter schienen von den Gebäuden. Es war schon leicht schummerig. Aber das war das eher nebensächlich an dieser Szenerie. Viel toller: Es waren sehr viele R-Wi-i da, im unterschiedlichen Alter. Alle im Turnanzug mit Leggings! Was für eine Augenweide! Echt bunt und farbenfroh! Und fast alle tanzten sie! Was für ein Gewusel! Eine angenehme Melodie mit einem netten Rhythmus erklang. Und die anderen fremden R-Wi-i, die ich in der Nähe sah, hatten alle ein Lächeln im Gesicht. Kollato erklärte uns, während er vor uns tänzelte: "Wir sind hier auf dem Platz der Großen Harmonie. Er ist einzig und allein nur zum Tanzen erschaffen worden. Sehr viele R-Wi-i kommen hier hin, um zu tanzen. Hier treffen sich Paare, Familien, Freunde, Kollegen, aber auch alleinstehende R-Wi-i. Es gibt noch viel mehr solche Plätze in unserer Welt, nur dieser hier ist der Größte von allen." "Toll, Kollato! So romantisch, alle hier tanzen zu sehen. Dann ist das ja wie eine riesige öffentliche Tanzveranstaltung", staunte Oksana. "Genau. Alle können und dürfen hier mittanzen. Und hier werden auch viele neue Kontakte geknüpft." "Dann ist das hier auch eine Kennenlernbörse, oder?" fragte Oksana. "Ganz recht. Ich habe hier übrigens meine Frau kennen gelernt", lächelte Kollato. "Ich bin echt beeindruckt. Nun weiß ich erst, warum Nereida auf der Erde die Tanzflächen vermisst." "Ja, liebste Oksana! Hier wie auch auf allen anderen Tanzflächen auf R-Wi findet unser öffentliches soziales Leben statt", bemerkte Nereida mit einem Lächeln im Gesicht. "Und hier tanken wir alle auf. Hier füllen wir unseren Energiespeicher wieder auf", ergänzte Beata, "und das Schönste: Ich bin endlich wieder hier! Ich kann hier endlich wieder tanzen!" Sehr schnell war Beata von der Dynamik der Tänzer eingenommen, und sie tanzte froh mit ihrer Schwester zusammen. Oksana gab sich dem Treiben ebenso hin und tanzte drauflos, wie auch Kollato. Ich tänzelte leicht, blickte zu Lisa. Lisa schaute sich um und guckte auf den Boden, während Kollato, Oksana, Nereida und Beata ausgelassen tanzten. Sie sah mich an. "Ingo, auch das hier ist kein Erdboden, sondern ebenfalls Plastik. Überhaupt keine Natur! Noch nicht mal Steine! Siehst du einen Baum hier irgendwo? Einen Busch? Oder sonst irgendwelche Pflanzen?" "Nein, Schatz. Nur Plastik. Das kommt mir auch seltsam vor." "Soviel fröhliche Leute hier, aber wieder bloß ein Plastikboden", meinte Lisa bedrückt. "Naja, vielleicht gibt es abseits dieses Platzes Natur", tröstete ich sie. "Hoffentlich hast du Recht." Nereida und Beata tanzten aufgeputscht umeinander. Sie hatten uns zum Glück nicht reden hören oder uns belauscht, so waren sie mit sich selbst beschäftigt. Und Kollato sprach mit Oksana. Die Schwestern animierten uns zum Mittanzen, und wir ließen uns anstecken. Immerhin schien der Plastikboden ein bisschen zu federn. Ein Steinboden hätte den Füßen nicht gut getan. Denn auch hier trug niemand Schuhe, alle tanzten barfuß. Beata rief so euphorisch "Ich bin wieder da! Ich bin wieder hier! Endlich!", dass sich einige andere Tänzer umschauten und lächelten. "Ja, liebste Schwester, jaaaaa!", antwortete Nereida laut, ebenso glücklich. "Weißt du noch, Nereida, wie wir mit unseren Eltern manches Mal hier waren und getanzt hatten?" "Aber ja, Beata! Ich habe mich all die Jahre danach noch gern daran erinnert. Es war das Größte, wenn wir hier her durften." Die beiden Schwestern umarmten einander, und tanzten eifrig weiter. Beata jubelte laut. Kollato sprach weiter zu Oksana, Lisa und mir: "Beata war ja auch 24 Jahre nicht mehr hier. Seht, wie glücklich sie ist! Lasst uns einfach weiter mitmachen." "Jaaaa, jaaa, ich bin wieder da!", rief Beata, total wie auf Drogen. Der Tanz auf vertrautem Terrain hatte sie total vereinnahmt. Sie war wie in Trance. Lisa freute sich auch. Sie wollte Beata was sagen, die aber nicht ansprechbar und voll am Tanzen war, und besann sich auf ihre neue Fähigkeit der Gedankenkommunikation. Sie dachte intensiv an Beata. Lisa: Beata, hier Lisa. Ich freue mich so für dich und Nereida! Beata: Oh ja Lisa, danke, dieser Platz erinnert mich so an alte Zeiten, als Nereida und ich noch Mädchen waren! Lisa und Beata schauten einander an, Bea war in bester Stimmung. Lisa: Du blühst ja richtig auf. Beata: Oh ja, hier zu tanzen, das gehört zu dem größten, was mein Leben hier ausmacht. Lisa: Wie erfreulich! Oh Bea, da möchte eine andere R-Wi-a was von dir. Hinter dir. Beata drehte sich um und sah eine fremde R-Wi-a interessiert gucken. Die sprach Beata an: "Du bist doch Beata, oder? Tinaxana Beata da-da-e-Dorisanda?" (Tinaxana Beata, Tochter der Dorisanda) Sie trug einen roten Turnanzug mit drei lila Streifen und zwei Sternen, darunter eine blaue Leggings. Ihre roten Haare hatte sie nach hinten zusammen gebunden. Beata schaute die R-Wi-a an und verarbeitete, was die andere gesagt hatte. "Ja, das bin ich", meinte Beata erstaunt. Sie versuchte, die andere zu erkennen, bis sie sich erinnerte: "Lorinda Dantsamona, bist du es?" "Ja, liebe Beata", entgegnete sie freudig, "Deine Freundin aus der Jugendzeit!" "Lorinda! Lorinda! Lorindaaaaa!!!" rief Beata voll erfreut und umarmte ihre einstige Freundin. Lorinda, ebenso erfreut: "Wie hatte ich dich vermisst!" Die beiden tanzten umeinander und herzten sich und tanzten dann wieder, voll gut drauf. Lisa beobachtete Beatas Jugendfreundin genauer. Lorinda schien bei aller Wiedersehensfreude aber noch etwas anderes zu fühlen, manchmal schaute sie, als ob sie Schmerzen hätte. Sie sieht aus, als ob sie meine Hilfe braucht, dachte Lisa. "Hey Lorinda, kennst du mich auch noch?" rief Nereida Lorinda zu. Lorinda schaute Nereida an und versuchte sie zu erkennen. "Bist du Beatas Schwester?" riet Lorinda. "Ja, ich bin es, Nereida! Wie schön, dass du dich noch an mich erinnerst. Ich erinnere mich auch an dich, Lorinda! Du kamst öfter zu Besuch." "Aber Nereida, du warst da noch ein Mädchen." "Stimmt, Lorinda, das war vor 24 Jahren!" "Hey, so lange ist das her! Nereida, komm, lass dich umarmen!" Nereida ließ es gern geschehen. Die drei sprachen beim Tanz noch viel miteinander. Lisa dachte an Beata: Bea, hast du eine Freundin wiedergefunden? Sie schaute Beata lächelnd an. Beata sagte freudestrahlend zu Lisa: "Ja, Lisa, aus meiner Jugendzeit, stell dir vor. Sie heißt Lorinda Dantsamona." Beata machte Lorinda mit Lisa bekannt: "Das ist Lisa Ellbrede, eine gute Freundin von mir." "R-Wi-alo Lisa, nett, dich kennen zu lernen!" sagte Lorinda mit einem Lächeln. "Danke Lorinda, das freut mich auch", entgegnete Lisa freudig. Da blickte Lorinda nach unten und betrachtete Lisas Turnanzug genauer. Auf einmal sah sie Lisa mit großen Augen an. "Oh bitte, Lisa, liebe Heilerin, berühre mich", bat Lorinda sie, beinahe flehentlich. Da wusste Lisa, dass ihr Gefühl sie nicht getäuscht hatte, und dann schien sie ohne Nachfrage zu wissen, was Lorinda wollte. Sie streckte ihre Hände nach oben, die zwei Heilkreise auf ihrem Turnanzug glühten auf. Instinktiv legte sie ihre Hände auf Lorindas Schulter, konzentrierte sich auf die Energie. Die Wärme floss von Lisa Händen zu Lorindas Schulter, die Verletzung heilte in etwa einer Minute aus. Lorinda merkte ein Kribbeln, das ihren Schmerz anging, ihn immer weiter verdrängte, bis er verschwunden war. "Danke Lisa-kere-da-da! Der Schmerz ist weg! Endlich! Ich bin heute früh beim Tanzen leider gestolpert und auf meine Schulter gefallen. Es tat recht weh! Beim vorsichtigen Tanzen danach ging es, aber als ich eben mit Beata leidenschaftlich tanzte, tat die Schulter wieder mehr weh." Lisa war glücklich! Es wurde ihr erneut bewusst, dass sie auch auf R-Wi helfen und heilen konnte. Auch Beata und Nereida strahlten und freuten sich über Lisas gutes Werk. "Oh Lorinda-ke-re-da-da, ich freue mich sehr, dass ich dir helfen konnte. Und du musstest mir nicht mal sagen, was dir weh tat. Ich spürte, wo dein Schmerz saß." "Ja, vielen, vielen Dank, Lisa! Als Beata uns beide gegenseitig vorstellte, sah ich auf einmal die zwei Heilkreise auf deinem Turnanzug und hoffte auf dich. Du hast die schmerzende Stelle schnell gefunden und geheilt! Du hast es geschafft! Liebe Lisa, lasst uns Freundinnen sein." Lisa dachte nicht lange darüber nach und bejahte freudig. Die beiden umarmten einander. Beata und Nereida tanzten um Lisa und Lorinda, die mit ihnen zusammen tanzten. Alle strahlten. Lisa fühlte sich frei. Und sie mochte Lorinda. Beata stellte Lorinda uns anderen - Oksana, Kollato und mir - vor. Wir alle tanzten einfach weiter miteinander. Und mit den vielen tausend anderen R-Wi-i auf dem Platz der Großen Harmonie. Nereida tanzte mir gegenüber und lächelte mich an. Es machte überhaupt nichts aus, dass wir ja eigentlich Fremdlinge auf R-Wi waren. Wir drei Erdbewohner trugen ja kein Amulett. Und konnten die Tänze der R-Wi-i nicht. Ich dachte, dass man uns erkennen und ausfragen würde, aber mitnichten. Die Tanzfreude der Einheimischen sprang auf uns über. Es brachte so viel Spaß. Wir fühlten uns, als gehörten wir dazu. Wir waren akzeptiert! Und alle Turnanzüge und Leggings glänzten im letzten Schein der Abendsonne, das war so herrlich anzusehen. Ich schaute Nereida an, sie erwiderte meinen Blick. Ich wunderte mich und dachte: Ich werde ja überhaupt nicht müde! Im Gegenteil! Je weiter ich tanzte, umso stärker fühlte ich mich, umso mehr Energie hatte ich. Wie kann das sein? Nereida hatte mich belauscht und antwortete mir. Nereida: Ingo, du bist hier ein R-Wi-o, und mit dem Tanzen füllst du deinen Energiespeicher auf. Ich: Nereida, ich werde beim Tanzen also nicht müde? Nereida: Richtig. Ich: Und ich könnte stundenlang weiter tanzen? Nereida: Wenn du willst, sogar tagelang! Wir R-Wi-i brauchen eigentlich keinen Schlaf. Allerdings wird es in der Nacht draußen sehr kalt auf R-Wi, so dass wir dann lieber wieder in unsere Häuser ziehen. Da ist es warm und da könnten wir auch tagelang durchtanzen. Aber tagsüber sind wir oft draußen auf den Tanzflächen. So wunderbar ist unser Leben hier. Ich: Und welche Rolle spielt mein Turnanzug? Nereida: Der verstärkt das sogar noch deutlich. Ich: Das alles wusste ich nicht. Ist ja irre. Nereida: Ja, so ist das. Du erfährst hier gerade am eigenen Leib die Lebensfreude von R-Wi. Ich: Nereida, ich bin echt begeistert. Nereida zwinkerte mir zu. Ich tanzte weiter. Plötzlich sah ich neben mir bei einer leeren Fläche einen etwa drei Meter großen Kreis mit grell leuchtendem Rand. Er leuchtete in einer Farbe, für die ich keinen Namen wusste, die es auf der Erde nicht gab. Ich versuchte spaßeshalber mal dahin zu gehen, es klappte nicht, ich wurde geheimnisvoll zurückgehalten. Etwas später tauchten dort aus Lichtsäulen drei andere R-Wi-i in blau-grün-roten Turnanzügen tanzend auf. Als sie komplett sichtbar waren, verschwand der Kreis. So geht das also mit der Platzreservierung beim Verschiebetanz. Nereida tanzte inzwischen mit Oksana. Die wirbelte wie weggetreten über den Platz und hatte von den vorigen Minuten gar nichts mitbekommen. Nereida dachte an Oksana. Nereida: Oksana, meine liebste Freundin, dir gefällt das hier sehr gut, wie ich sehe. Oksana: Nereida, ich glaube, dies hier ist die Erfüllung meines Traumes. Es ist der Himmel! So stelle ich mir den Himmel vor! Nereida: Oh ja, meine Liebste, die Tanzfreude von R-Wi hat dich völlig eingenommen. Oksana: Ich möchte hier nie mehr weg, Nereida. Hier fühle ich mich total wohl. Ich möchte nur noch mit dir hier tanzen. Nereida: Oh ja, ich auch. Das wäre grandios, liebe Oksana. Oksana: Das hier ist einfach gigantisch. Ich möchte einfach alle umarmen. Nereida: Ich auch! Nun verstehst du bestimmt, warum ich und Bea so gerne hier sind. Oksana: Voll und ganz! Liebe Nereida, du hast mir hiermit ein ganz großes Geschenk gemacht. Nereida: Ich freue mich so für dich. Aber du hast mein Zuhause noch gar nicht gesehen. Oksana: Da möchte ich auch gerne mal hin. Nimmst du mich mal zu dir mit? Nereida: Klar. Können wir gleich mal machen. Ich gebe den anderen Bescheid. "Lasst uns nun zu meinem Haus aufbrechen, wir tanzen uns dahin", rief Nereida zu uns allen. "Wollen wir nicht dahin gehen?" fragte Lisa. Sie wollte mal die Stadt kennen lernen, da sie gerne spazieren ging. Aber Nereida entgegnete: "Nein, Lisa, das dauert viel zu lange. Und ich glaube, ich weiß den Weg nach Hause zu Fuß nicht mehr. Ist schon so lange her, dass ich mal dahin gegangen bin! Mich dorthin zu tanzen geht sowieso viel schneller." "Ich dachte, du kennst dich hier aus?" Nereida musste eingestehen, dass es mit ihrem Auskennen doch nicht so gut stand. "Ja, ein bisschen schon." "Zeig doch mal die Richtung, wo du wohnst." Nereida wies Richtung den Hügel, wo die Sonne gerade dabei war, dahinter zu verschwinden. "Stimmt, das ist wohl doch zu weit", gab Lisa zu, "gibt es denn Busse oder Autos hier?" Beata antwortete: "Überhaupt keine. Kraftfahrzeuge wie auf der Erde sind hier komplett unbekannt. Abgesehen davon gibt es hier keinen Sauerstoff oder Benzin für die Verbrennung." "Ich freue mich schon, dein Zuhause zu sehen, Nereida", meinte Oksana. Vielleicht gibt es bei dem Hügel ja Natur, dachte Lisa ungehört. "Also los", rief Nereida. Wir verabschiedeten uns von Lorinda. Sie umarmte uns noch mal, und dankte besonders Lisa für die Heilung. Lisa war froh, wünschte ihr alles Gute. Schade, dass Lorinda nicht auf der Erde lebte, sie könnte sich eine Freundschaft mit ihr gut vorstellen.


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