Die galaktische Turnfee Nereida Drei

Kap. 66: Nachrichten für Xenia und Bernd

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Aus Ingos Sicht. Freitag Abend. Ich war alleine zuhause. Das Telefon klingelte. "Hier Ingo." "Hallo Ingo, hier Bernd." "Hey Bernd, was für ein seltener Anruf." "Ja, ich muss doch mal anrufen." "Hast du was bestimmtes?" Bernd holte tief Luft. "Ich möchte dich um was bitten." "So kenne ich dich ja gar nicht. Das muss ja ein echtes Opfer sein." "Naja, so schlimm ist es nicht. Es ist aber auch nicht einfach." "Sprich, was du möchtest. Ich reiße dir nicht den Kopf ab. Du kennst mich doch." "Ja, klar. Ich möchte dich um eine Telefonnummer bitten." Ich staunte. "Von wem denn?" Bernd seufzte. "Von der Tanzmaus." "Du meinst, von Xenia?" "Ja. Sie geht mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf. Seit dem Turnfest." "Weißt du denn, wer Xenia ist, und wo sie wohnt?" "Nein, keine Ahnung." "Sie ist Lisas Schwester." "Und wo wohnt sie?" "In Kassel." "Ah ja. Und hast du ihre Nummer?" "Nein. Aber Lisa." "Kannst du Lisa dann mal darum bitten?" "Sicher. Ich kümmere mich darum. Gleich heute noch. Ich schicke dir dann die Nummer." "Danke Ingo, auf dich ist Verlass." "Gern geschehen." Na so was, hat Xenia doch mehr Eindruck auf Bernd gemacht als ich dachte. Mein Skatbruder sucht also seine Tanzmaus. Ich rief Lisa an. "Hallo Schatz." "Hey Ingo, mein Lieber." "Lisa, kann ich mal zu dir kommen?" "Ich bin gleich mit der Wäsche durch. Ja, komm doch, Schatz. Ich freue mich." "Bis dann, Lisa." "Tschüssi!" Ich fuhr mit meinem Auto zu Lisa. Es hatte gerade begonnen, Bindfäden zu regnen. Sie erwartete mich bereits. Wir nahmen auf dem Sofa Platz. "Und, Lisa, wie geht's dir?" "Sehr gut. Ich hatte gestern ein tolles Erlebnis." "Was hast du denn erlebt?" Lisa berichtete mir von Beatas Besuch gestern. Sie erzählte, wie sie und Beata Kontakt mit der R-Wi-a Rosalanja aufgenommen haben, und von der gelungenen Fernheilung per Gedankenübertragung. Ich staunte nicht schlecht, umarmte sie. "Hey Schatz, da hast du ja was ganz Tolles getan! Ich bin beeindruckt!" "Ich bin auch so froh! Dass es überhaupt geklappt hat, und dass Rosalanja nun wieder schmerzfrei ist. Und wie schnell alles ging!" "Ich glaube, du bist zum Heilen geboren, Lisa." "Genau. Schon heftig, das denke ich manchmal. Tanzen, die Arme heben und an die betreffende Person denken." Wir beide verharrten noch ein wenig, dachten an Lisas Heilungserfolg. "Und ich habe per Post eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier bekommen", unterbrach sie die Stille. "Wer hat dich denn eingeladen?" "Tante Svea. Ich habe sie lange nicht mehr gesehen." "Wer ist denn eingeladen?" "Nur ich und meine beiden Geschwister." "Und wohin musst du fahren?" "Nach Hamburg. Sie muss wohl dorthin gezogen sein." "Und wann?" "Den Samstag in drei Wochen. Ich werde von Großtupfingen mit dem Zug nach Kassel fahren, und von dort aus mit den anderen beiden weiter." "Das ist ja schön. Grüße sie auch mal von mir." "Mach ich, klar." Lisa dachte nach, wohl an ihre Tante. Bis sie mich dann fragte: "Hattest du denn ein Anliegen heute?" Ich atmete einmal tief durch. "Ja, Lisa. Ich möchte dich um was bitten." "Um was denn?" "Mich rief Bernd an, mein Skatbruder." Lisa wurde hellhörig. "Was wollte er?" "Bernd möchte Xenias Telefonnummer haben", meinte ich. Lisa lachte auf einmal laut los. "Oh Schatz, das ist ja urig!", rief sie aus. "Wieso?" "Stell dir vor, vor ein paar Tagen hatte Xenia bei mir angerufen. Ich hatte wegen der Stresssituation der vergangenen Tage nicht mehr daran gedacht." "Und was wollte Xenia?" "Bernds Nummer haben!" Wir schauten uns gegenseitig an und prusteten. "Xenia, meine hyperaktive Schwester, die Tanzmaus, ist tatsächlich verliebt", sinnierte Lisa. "Und Bernd, mein Skatbruder, auch." Wir schauten uns an und grinsten. "Ich hole mal mein Telefon, mit Xenias Nummer", meinte Lisa. "Und ich meins, mit Bernds Nummer." Wir schrieben die Nummern voneinander ab. "Lasst uns die Nummern per Textnachricht verschicken. Und zwar gleichzeitig", schlug Lisa vor. "Gute Idee." Wir schrieben jeder eine Nachricht mit der gewünschten Nummer. Ich schrieb Xenias Nummer an Bernd, Lisa schrieb Bernds Nummer an Xenia. Lisa zählte rückwärts: "3 - 2 - 1 - Senden!" Zeitgleich drückten wir auf den Sendeknopf. 'Nachricht verschickt' stand auf unseren Mobiltelefonen. "Da bin ich doch mal gespannt, wer wen zuerst anruft", kicherte Lisa. "Das würde ich auch gern mal wissen." Wir beide dachten noch eine Weile nach, mit den Gedanken an das künftige Paar. "Ob das was wird? Xenia wohnt ja schließlich in Kassel. Und wo wohnt Bernd?" fragte Lisa. "In Untertupfingen. In dem Ort wohnt auch meine Mutter im Altersheim." "Das ist doch recht weit auseinander", bemerkte Lisa. "Das stimmt. Das könnte ein Problem werden. Muss es aber nicht." "Wieso?" "Bernd ist Handelsvertreter. Er ist oft unterwegs, im ganzen Land, auf Geschäftsreise. Ob er auch manchmal in Kassel ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass er seine Zeit selber gut einteilen kann und darf." "Na dann ist das ganze ja etwas einfacher für die beiden." Im Abstand von ein paar Sekunden gaben unsere Telefone ein Signal. "Danke für Xenias Nummer. Ich werde sie mal überraschen." las ich Bernds Nachricht vor. Und Lisa las Xenias Nachricht: "Danke Lissi, supergenial. Er ahnt bestimmt nichts. Ich rufe ihn gleich mal an. GLG Xeni." Wir beide schauten uns an und grinsten. Kurze Zeit später klingelte Lisas Telefon nochmal. "Hallo Lisa, hier Oksana!" "Hey Oksana, schön dich zu hören. Wie geht's dir?" "Mir geht es gut und Nereida ebenfalls. Und dir? "Gut. Ingo ist hier." "Schön. Nereida und ich haben morgen was vor." "Was habt ihr denn vor?" "Wir wollen morgen nach Großtupfingen, bummeln, und auch zu Lauras Lycra Laden. Willst du mit?" "Gerne, ich habe da noch nichts vor! Da wollte ich schon immer mal hin! Kann Ingo mitkommen?" "Ja natürlich. Erzähl ihm das mal." Lisa berichtete mir von Oksanas und Nereidas Plan. "Dann können wir ja mit meinem Wagen fahren", schlug ich vor. Lisa erzählte es Oksana. "Nereida möchte mit dem Bus fahren. Sie mag nicht mit Autos fahren. Der Bus fährt 9.10 Uhr ab Busbahnhof. Wollen wir um 9 Uhr uns dort treffen?" "Ich frag mal Ingo." Ich hatte nichts dagegen. "Ja, geht klar, Oksana. Ich beziehungsweise wir freuen uns darauf." "Wir auch, Lisa. Bis morgen." "Ja, bis morgen." Kaum hatte Oksana aufgelegt, bekam ich einen Anruf! Diesmal von Gunda. Sie war guter Laune. Sie hatte am Donnerstag noch die Onlinebewerbung an meine Firma geschickt und meine Tipps beherzigt. Nun bekam sie heute eine E-Mail mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch am Montag. Ich freute mich mit ihr, erzählte es später Lisa, die ebenfalls beeindruckt war. Ich übernachtete bei Lisa. Wir hatten übrigens jeder ein paar Kleidungsstücke beim anderen deponiert. Und ich konnte ja auch einen von Lisas Turnanzügen anziehen. Was ich schließlich auch tat. Wie auch Lisa. Wir hatten einen schönen Abend, turnten zusammen und genossen die gemeinsame Dehnübung. Es prickelte noch immer wie am ersten Tag, wo wir uns begegneten. Als Lisas Stereoanlage das Lied "Lift me up" von Moby vorspielte, während wir dazu tanzten, musste ich grinsen. "Warum grinst du, Schatz?" fragte sie neugierig. "Ich glaube, Moby muss auch von R-Wi kommen." "Wieso?" "Er singt doch: 'Lift me up, higher now, Ama', was ja 'Hebe mich empor, höher, jetzt, Mama' bedeutet." Lisa musste herzlich lachen. "Stimmt, Ingo", meinte sie vergnügt, "vielleicht kennen Nereida und Beata ihn ja."


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