Die galaktische Turnfee Nereida Drei

Kap. 75: Im Reich der Roten Xeni

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Bernd brauchte nicht lange nachdenken. Das war eine gute Gelegenheit, Xenia näher zu kommen. Er lächelte. "Klar komme ich mit, Xeni." "Super, Börni! Ich nehme dich auch in meiner Karre mit." Sie zahlten. Xenias 'Karre' entpuppte sich als bessere Rostlaube. Oh je, die wird demnächst wohl den Geist aufgeben, dachte Bernd. "Nichts bei denken, meiner macht das noch", beschwichtigte sie ihn, als er ihr anbot, mit seinem Wagen zu fahren. Schließlich saß er in ihrem Wagen, nachdem Xenia erstmal den Beifahrersitz von dem dort lagernden Gerümpel leer geräumt hatte. Sie ließ es sich als gute Gastgeberin aber nicht nehmen, ihn zu chauffieren. Die Dämmerung setzte ein, die beiden fuhren durch die Stadt. Ihr Wagen klapperte und quietschte an allen Ecken. Bernd sah seine Vorahnung bezüglich Xenias Vehikel fast bestätigt, wartete, dass jede Sekunde was passieren würde. Er versuchte nicht mehr daran zu denken und begann ein Gespräch. "Hast du noch weitere Geschwister außer Lisa?" "Jo, einen Bruder. Ist zwei Jahre jünger als ich. Lissi und ich haben ihn als Baby oft im Kinderwagen spazieren gefahren. Nun ist er einen Kopf größer als ich. Und hast du Geschwister?" "Ich habe auch einen Bruder. Der ist zehn Jahre älter. Wir hatten nicht viel gemeinsam." "Da sind die Altersunterschiede doch schon recht groß. Wobei - Bea und Nereida vom TSV Obertupfingen sind auch zehn Jahre auseinander, und verstehen sich ja bestens, soweit ich das mitbekommen habe. Ich konnte jedenfalls immer was mit meinen Geschwistern anfangen. Wir waren und sind alle sehr sportlich." "Ich weiß, ich habe dich und deine Schwester ja tanzen sehen. Das hat mir imponiert." Sie lächelte keck. "Geil, nicht wahr? Das liebe ich. Lissi und ich sind zum Tanzen geboren. Darin gehen wir immer noch auf." "Und Bea und Nereida lieben das Tanzen genauso." "Oh ja, die haben wirklich was drauf! Die bewundere ich total, Börni! Echt tolle Schwestern! Wir sind übrigens gleich da." Xenia fuhr auf einer belebten Straße eine drei- bis vierstöckige Häuserzeile entlang, bog irgendwo rechts in eine Durchfahrt ab. Sie parkte ihren Wagen auf einem Hinterhof. Beide stiegen aus, Bernd schaute sich um, erblickte ein doppelstöckiges Hinterhaus mit mehreren Wohnungen. Das Hinterhaus war umschlossen von weiteren drei- bis vierstöckigen Häuserzeilen. Eine ruhige Idylle mitten in der Großstadt. "Da wären wir!" Sie betraten das Haus, gelangten zu Xenias Wohnung. Neben Küche und Bad bestand sie aus einem Wohn-, Schlaf- und einem großen Arbeitszimmer. Im Arbeitszimmer standen zwei große Nähmaschinen auf einem großen Arbeitstisch, daneben war viel Platz zum Zuschneiden. Schränke und Regale standen voll mit Kram, soweit man hineingucken konnte. Und ein großer Wandspiegel befand sich gegenüber den Tischen. O hauerha, ganz schön chaotisch hier, dachte Bernd. Ob sie sich hier zurechtfindet? Als könne sie seine Gedanken lesen, sprach sie: "Willkommen im Reich der Roten Xeni! Es mag für dich hier wie ein Durcheinander aussehen, aber ich weiß genau, wo alles liegt." Bernd ließ seinen Blick schweifen. Die meisten Gegenstände in ihrer Wohnung waren rot. Xenias Lieblingsfarbe, unverkennbar. Eine altehrwürdige Bodenstanduhr zog seinen Blick auf sich. Er hörte sie ticken, dachte an seine Großeltern, die auch so ein uraltes vollmechanisches Zeitmessgerät hatten. Er betrachtete sie genauer, das Uhrwerk, die Gewichte, das Pendel. Da klackerte es in der Mechanik, und das Schlagwerk setzte ein, Bernd zählte acht Schläge. "Edles Teil, was? Die Uhr habe ich von meiner Oma geerbt. Die Uhr mit ihrem Ticken und den Stundenschlägen, das erinnert mich immer an sie." "Kann ich mir gut vorstellen, Xeni. Meines Vaters Eltern hatten auch eine Standuhr, daran erinnere ich mich ebenfalls gern." Xenia lächelte. Er wurde aber sehr schnell abgelenkt von Stoffballen, die auf einem anderen Tisch neben der Standuhr lagerten. Auch davon waren viele rot. Und einige bestanden aus Lycrastoff! "Hier schneidere ich fast alle meine eigenen Sachen. Auch die Leggings. Du siehst, mein Beruf ist auch mein Hobby." Bernd fuhr mit seinen Fingern über einen Lycrastoffballen. Wie das kribbelte allein bloß schon beim Drüberfahren! Xenia beobachtete ihn. "Klasse Gefühl, oder?" Bernd nickte. "Kannst wohl sagen. Und deine Badeanzüge, Xeni, stellst du die auch selber her?" "Ja, alle. Die sind ebenso meine Eigenprodukte." "Ist das schwierig, einen Badeanzug zu schneidern?" "Nicht direkt schwierig. Man muss nur besonders sorgfältig vorgehen, da sie ja eng anliegen. Und die Dehnungsrichtung beim Lycrastoff ist zu beachten. Hat etwas gedauert, bis ich das passgenau hin bekommen habe. Dann hole ich doch mal wie versprochen einen Badeanzug für dich." Sie öffnete einen Schrank. "Hier sind meine Badesachen drin." Sie suchte und wühlte geschäftig in einer Schublade und zog dann ein großes Stück Stoff heraus. Tatsächlich ein Badeanzug. Bernd war erleichtert, dass der Anzug nicht rot oder pink war. "So Börni, zur Anprobe musst du nun deine Kleidung ablegen." Bernd war anfangs etwas zögerlich. "Alles?" Xenia merkte seine Unsicherheit und lächelte keck. "Die Leggings kannst du meinetwegen anbehalten. Mehr Lycra, mehr Gefühl!", deklamierte sie theatralisch und strich dabei verlockend über seine Leggings. Bernd zog seine Sachen aus, behielt die Leggings an. "Scharf!" attestierte sie ihm und strich mit einer Hand über seinen muskulösen Oberkörper hinunter auf seine Oberschenkel. Bernd überkam ein angenehmes Gefühl und ließ es geschehen. Er berührte Xenias Leggings sachte. "Schööön", seufzte sie ebenso wohlig, "mach weiter!" Er strich Xenias Leggings leicht hinauf, sah, dass sie davon angetan war. Gleichzeitig dachte er an den Badeanzug, den Xenia immer noch in ihrer anderen Hand hielt, wie der sich wohl anfühlte? Bernd zügelte sein Verlangen und entschied sich, zum alten Vorhaben zurück zu kehren. Danach könnte man ja... "Xeni, gib mir doch bitte nun den Badeanzug. Machen wir doch erst mal damit weiter." Sie stutzte kurz, und wiederholte mechanisch "Ja, nun den Badeanzug." Ach schade, schon vorbei, vielleicht dann später, dachte sie, ließ von ihm ab und gab ihm den Badeanzug. Er betrachtete ihn. Marineblau als Grundfarbe, mit drei aufgenähten umlaufenden breiten Streifen in den Farben Rot-Gelb-Grün. "Er sieht unkompliziert und auch nicht so damenhaft aus." Xenia nickte. "Eins meiner früheren Werke. Fand ich aber doch recht gut gelungen. Zieh mal an." Bernd stieg hinein und zog den Anzug an den Trägern hoch. Xenia half ihm dabei, den Badeanzug zu richten. Das kribbelnde Gefühl, das er bisher nur von der Leggings an den Beinen kannte, spürte er nun auch deutlich von dem Badeanzug an seinem Rumpf. Was ganz Neues! Fühlte sich gut an! Er betrachtete sich im großen Wandspiegel und nickte. "Ich finde, er passt. Schlabbert nicht." Sie betrachtete ihn kritisch, mit Kennerblick. "Jo, im großen und ganzen hast du Recht. An einigen Stellen sitzt er aber nicht optimal." Xenia wies auf die entsprechenden Stellen. "Unsere beiden Anatomien sind doch ein bisschen anders", grinste sie, "aber das macht nichts, den gebe ich dir, damit kannst du bedenkenlos ins Wasser gehen. Mein OK hast du." Bernd war zufrieden. "Danke Xeni! Hast du morgen Abend Zeit? Wollen wir dann mal gemeinsam ins Auebad gehen? Mit dir habe ich Lust dazu." "Klaro, Börni, ich freue mich einen Ast, wenn es klappt. Sauber!" Xenia strahlte. "Holst du mich vom Hotel um 19 Uhr ab? Ich weiß nicht, wo das Schwimmbad ist." "Natürlich mache ich das, du bist doch mein Gast hier! Du, Börni, um eins möchte ich dich noch bitten." "Um was denn, Xeni?" Sie schaute etwas verlegen. "Ich möchte dich vermessen. Dafür müsstest du den Badeanzug ausziehen." "Ja, warum nicht?" Bernd dachte sich nichts dabei, zog den Badeanzug aus. Er stand wieder in seiner Leggings und freiem Oberkörper vor ihr. Sie holte ihr Maßband und werkelte an ihm herum, schrieb einen Haufen Werte auf ihren Schreibblock. "Fertig!" "Wofür sind die Werte?" Xenia lächelte geheimnisvoll. "Kann ich dir jetzt noch nicht sagen." Auf diesen Moment hatte sie sich schon gefreut, nun würde sie sich ungestört an ihren Börni heranmachen. "Was möchtest du gern tun, mein Liebster?" Bernd kam ein Gedanke, der ihn schon im Hotelrestaurant beschäftigte. "Xeni, du hast im Düss vorhin einen Turnanzug erwähnt. Hast du welche hier?" Xenia strahlte. "Logo, ich zeige sie dir!" Eifrig öffnete sie einen weiteren Schrank. Bernd rechnete damit, dass sie eine Schachtel herausholt. Aber nein, zum Vorschein kam eine Querstange, an der hingen etliche Turnanzüge auf Bügeln! Etwa zwanzig Anzüge, vermutete Bernd. "Das sind meine Schätze, guck mal!" Er schaute sich die Anzüge an. Durch die Bank waren sie sehr farbenfroh, flott geschnitten. "Sehen toll aus. Hast du die selber geschneidert?" "Alle, Börni!" Er nickte anerkennend, berührte die Anzüge, strich an ihnen entlang. Sagenhaft! Wie muss sich das erst auf der Haut anfühlen? Ob er Xenia mal danach fragen könnte? Das wäre DIE Chance. Macht sie das denn? Bestimmt, sie ist doch ganz offen, oder? Er überwand sich. "Xeni, wenn es dir nichts ausmacht, darf ich mal einen davon anziehen?" Xenia dachte, sie träumte, konnte im ersten Moment gar nichts sagen. Er interessierte sich jetzt nicht nur für ihre Turnanzüge mitsamt den Leggings, ihre Lieblingssportklamotten schlechthin! Nein, er wollte nun auch selber mal einen anprobieren! Unverzüglich würde sie ihrem Börni seinen Wunsch erfüllen! Besser konnte der Abend nicht laufen! Fast wie in Trance nahm sie einen blau-roten Turnanzug mit langen Ärmeln und Rundhalsausschnitt heraus. "Oh ja, Börni! Dieser ist mein größter, der sollte dir auch passen. Ich helfe dir." Bernd war angetan. Er stieg in den Anzug hinein, und zog ihn hoch. Das Kribbeln war in etwa gleich mit dem des Badeanzugs. Was aber neu war - die Ärmel. Zum Glück hatte er kein breites Kreuz, so dass er mit seinem Oberkörper und den Armen keine Probleme mit der Enge hatte. Xenia war stets um ihn herum und zupfte hier und dort ein wenig. Schließlich stand er vor ihr, in ihrem Turnanzug! Nun spürte Bernd den sanften Lycrastoff nicht nur an den Beinen (seine Leggings) und am Oberkörper, sondern auch noch an den Armen. Allerbest, dachte er. "Phänomentastisch Börni!" jubelte Xenia, "guck mal in den großen Wandspiegel!" Ein ungewohnter Anblick. Aber soooo schön. Er stand da im Turnanzug seiner Freundin, machte ein paar Bewegungen. Sein Spiegelbild folgte den Bewegungen. "Gefällt mir! Sieht gut aus. Hast du echt super hinbekommen, Xeni!" Sie freute sich über sein Lob, strich ihm lüsternd über die Ärmel und den Oberkörper. "Und wie fühlst du dich?" "Es ist ein unsagbar tolles Gefühl, Xeni! Das macht mich am ganzen Körper an! Mir kommt da eine Idee: Zieh du doch auch mal einen von deinen Turnanzügen an." Mit Freuden würde sie das tun! Sie zog rasch ihr Oberteil aus, griff sich einen violetten langärmeligen Turnanzug heraus, dessen Farbe nach oben hin stufenlos in ein Blau überging. "Ich ziehe den hier an", rief sie, und ganz Turnanzug-Ankleide-Profi, stand sie keine dreißig Sekunden später neben ihm bereit im Turnanzug und ihren roten Leggings! Sie drückte sich an ihn, schaute ihn an und strahlte: "Börni, ich freue mich so, dass du mich danach gefragt hast! Du bist ein Schatz!" "Ich danke dir sehr! Das wollte ich schon immer mal gemacht haben. Nun ist es endlich soweit!" "Und ich habe es dir möglich gemacht, das ist eine große Ehre für mich!" "Ja, Xeni, deinen Turnanzug mag ich auch. Weißt du was? Ich muss dich einfach mal umarmen." "Immer zu, Börni", und schon wankten die beiden eng umschlungen in ihren Turnanzügen und Leggings durch Xenias Arbeitszimmer. Sie strahlte ihn an, lachte und schlug vor: "Wollen wir ins Wohnzimmer gehen und es uns da gemütlich machen? Ein bisschen tanzen?" "Immer doch, meine süße Tanzmaus." Xenia schmolz fast dahin bei Bernds Blick und seinen Worten. Sie gingen ins Wohnzimmer, Xenia stellte Instrumentalmusik an, und sie begannen, danach zu tanzen. Sie lächelten einander an und freuten sich. War ihr Tanzen erst locker umeinander, wandelte es sich nach ein paar Minuten zu eng umschlungen miteinander. Sie hatten intensiven Augenkontakt. Beide plumpsten aufs Sofa und kuschelten dort aneinander, bewunderten und berührten die Turnanzüge, Leggings und noch viel mehr. Diesmal störte sie nichts, weder ein Kellner noch ein anzuprobierender Badeanzug. Die beiden gingen zur Sache. Es drehte sich alles nur noch um sie. Er tastete mit seiner Hand gefühlvoll ihre Leggings hinauf, streichelte ihren Turnanzug entlang, ihren Oberkörper hinauf, fuhr mit seinen Fingerspitzen langsam und sachte ihre Arme entlang. Wie die Berührung durch das Lycra auf der Haut kribbelte! Sie fühlte sich wie auf Wolke sieben! Xenia genoss die Intimität mit ihm sehr, seufzte verzückt, massierte ihn zärtlich. Er probierte alles aus, war genauso angetan wie sie. Bernds Lippen nahten sich Xenias Lippen. Als sie sich trafen, fühlte sie sich am Ziel ihrer Wünsche. Was sie sich schon lange ersehnt hatte, nun wurde es endlich Wirklichkeit. Sie fühlte eine tiefe Verbundenheit mit ihm. Er spürte dieselbe tiefgehende Erfüllung wie sie, glaubte, dass sie die Richtige war, küsste sie leidenschaftlich und hielt sie fest umschlungen. Beide bekannten einander ihre Gefühle, und von da an war es klar, dass sie von nun an fest zusammen waren! Die Zeit verging wie im Fluge. Gegen halb zwölf brachte Xenia Bernd auf seinen Wunsch zurück zum Hotel, obwohl sie ihn gar nicht mehr gehen lassen wollte. Aber da war ja noch die Vorfreude, die Verabredung für den nächsten Abend. Bernd bekam den Badeanzug von Xenia, ein Badehandtuch und Duschgel mit. Sie hatte Wort gehalten.


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